HÖRGERÄTE-TROCKNUNG – Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Hörgeräte feucht bis trocken

In diesem Artikel möchten wir Sie über die neusten Erkenntnisse aus dem Bereich der Hörgeräte-Trocknung informieren.

Schweiß, Feuchtigkeit und Cerumen haftet zunächst oberflächlich den Hörsystemen an. Durch Kapillareffekt (Kohäsion und Adhäsion) gelangt das Gemisch in den Innenraum der Hörsysteme und kumuliert dort. Der Cocktail aus Salzen, Säuren, organischen Bestandteilen und Wasser führt zu Ausfällen und teuren Reparaturen, bis hin zum Totalschaden.

Salz-Trockenkapseln

Die Silikagel Trockenkapseln oder auch Tabs nehmen die Luftfeuchte, wie auch die Hörsystem-Feuchte auf. Die Trocknung ist abhängig vom Netto-Salz-Anteil (g), der Temperatur (°C), der relativen Feuchte (%) und einer vom Volumen her kleinen und luftdichten Trockendose. Nachteilig ist der kaum sichtbare Verschleiß-Vorgang der Tabs, das kontinuierliche Auswechseln verbrauchter Tabs, Chemie sowie Umweltaspekte.

Elektrische Wärme-Trockenboxen

Die Trocknung durch Konvektion warmer Luft ist über viele Jahre die verbreitetste Hörsystem-Trocknung. Sie erfordert eine möglichst große Temperaturdifferenz zwischen Trockenkammer (Ti) und Raumtemperatur (Ta). Ältere Hörgeräte wurden mit einer oberen Grenztemperatur von 60°C geprüft und so wurde mit ca. 50°C getrocknet. Dies ist besonders für batteriebetriebene Hörsysteme, bei denen man die Batterien während der Trocknung entnehmen kann, eine sehr wirksame Trocknung.

Für die immer filigraneren Hörsysteme und die zunehmende Anzahl wiederaufladbarer Hörsysteme mit Lithium-Akkus geben die Hörgeräte-Hersteller eine maximale Temperatur von 40°C an. Die Konvektions-Trocknung ist bei dieser geringen Temperaturdifferenz unwirtschaftlich, da sie eine sehr lange Trockenzeit benötigt.

Akku-Ladestation-Trocknung

In der Hörakustik-Branche haben sich Lithium-Akku Hörsysteme und firmenspezifische Ladestationen durchgesetzt. Neu und zugleich kritisch sind Ladestationen mit einer Allround-Funktion. Gemeint sind Ladestationen, die auf kleinsten Bauraum 1. Aufladung 2. netzfreie Nachladung mit LiPo-Akku, 3. Trocknung und 4. Hygiene versprechen. Die Idee ist gut doch leider funktionieren die Punkte 3. und 4. in der Praxis nur unzureichend bis schlecht. Vielfach wird die bei der Akkuladung entstehende Erwärmung von ca. 40°C als Heizung oder Trocknung kommuniziert, was bei fehlender Konvektion ohne Zu- und Abluftkanälen oder gar bei geschlossenem Deckel völlig praxisuntauglich ist und Feuchtigkeitsschäden am Hörsystem verursachen kann.

Weiterhin ist diese Temperatur ohne Entlüftung der perfekte Nährboden für Keime und Bakterien. Das Risiko von Ohrinfektionen kann dabei deutlich steigen. Die zur Hygiene meist eingesetzten UV-LEDs mit 275 nm können die gesamten Hörsysteme im Ladeschacht nicht erreichen und daher eine Keimfreiheit von 99,9% nicht garantieren. Wellenlänge, Intensität und vor allem die Strahlungsgeometrie setzen hier physikalische Grenzen.

Turbo-Ventilator-Trocknung

Eine der effizientesten und schonendsten Trocknungs-Verfahren ist die Trocknung durch einen starken Luftstrom erzeugt durch einen Hochleistungs-Ventilator. Dabei umströmen die Hörsysteme ca. 5 Kubikmeter Luft pro Stunde. Grundlage der Trocknung mit verwirbelter Luftströmung bei Konfektion ist das Dampfdruckgefälle der Flüssigkeit. Es wird nicht nur die äußerlich anhaftende Feuchtigkeit verdunstet, sondern auch an den Grenzflächen der Hörsysteme über Wasserdampf-Partialdruck-Ausgleich eine effiziente Innenraum-Trocknung erreicht.

Diese Turbo-Trocknung in Kombination mit wirkungsvollem UV-C Licht (253,7 nm) sorgen für perfekt getrocknete und hygienisch gereinigte Hörsysteme. Das schützt die Hörsysteme, sichert den Nutzen und erhält die Freude am Hören.

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